Dokumentation #Schokofahrt

 

Mit dieser Doku möchten wir (aus Münsteraner Sicht) möglichst knapp und übersichtlich zusammenfassen, wie wir die Schokofahrt #2 vorbereitet und durchgeführt haben und wie sie zu einem großartigen Erlebnis und Erfolg wurde – als Anregung für alle, die sich ebenfalls an so einer Tour versuchen möchten. Also: Kopieren herzlich gerne erlaubt! 🙂

Klar ist: Viele von uns werden wieder fahren, am 31.03.2018 sind wir in Amsterdam mit der Schokofahrt #3. Und wir freuen uns, wenn dort viele weitere Städte und Regionen vertreten sind. Eine Vernetzung der Interessierten findet insbesondere am 20./21.01. in Münster bzw. per Videokonferenz statt, ansonsten auf allen dafür sinnvoll nutzbaren Kommunikationswegen. Aktuelle Neuigkeiten werden über www.schokofahrt.de/, Facebook und Twitter bekannt gegeben.

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I – Grundidee der Schokofahrt

Die Schokofahrt folgt 3 zentralen Prinzipien:

  1. Mit (Lasten-)Fahrrädern und Zügen setzen wir, in Anknüpfung an den Segelschiff-Transport über den Atlantik, den möglichst emissionsarmen Transport von hochwertiger Bio-Schokolade in unsere Heimatstädte/-regionen fort.
  2. Die Schokofahrt wird dezentral und selbständig von kleinen Gruppen in verschiedenen Städten und Orten organisiert.
  3. Diese Gruppen vernetzen sich und stimmen sich im Vorfeld soweit ab, dass Routen und Unterkunftsbuchung auf praktische und angenehme Weise miteinander verbunden werden.

II – Charakter der Fahrt

Unsere Kern-Gruppe fuhr ein Tagespensum von 110-130 km (d.h. 2 Tagesetappen von Münster nach Amsterdam) bei durchschnittlich 18,5 km/h, wir saßen also täglich 6 – 7 h im Sattel, zuzüglich Pausen. Die Fahrt war recht ruhig und gleichmäßig, wenn auch aufgrund der täglichen Distanz durchaus anspruchsvoll. Dank der großen Gruppe konnten wir vor allem längere Überlandstrecken, insbesondere in Deutschland, zügig bewältigen (Nutzung des Windschattens, Kolonnenbildung nach StVO P27). Letztlich konnten auch die Ungeübteren in der Gruppe gut mitfahren. Im Vorhinein hatten wir Möglichkeiten zur Streckenverkürzung per Bus oder Bahn recherchiert, diese brauchte aber niemand in Anspruch zu nehmen.

Daneben gab es einen #Schokoexpress, bestehend aus 2 Mitfahrenden, die die Streck Amsterdam – Wuppertal, rund 270 km, in knapp 14 Stunden Fahrzeit und ohne Übernachtungspause zurücklegten.

Die Abfahrten erfolgten an allen 4 Fahrtagen kurz nach Sonnenaufgang (ca. 7:00 Uhr), sodass das Tagesziel immer vor Einbruch der Dunkelheit (ca. 17:30) erreicht wurde.

III – Route und Vernetzung

Da 80% der Mitfahrenden aus Münster kamen, starteten wir dort gemeinsam die Hinfahrt nach Amsterdam (Samstag, 29.10.). Hierfür kamen die übrigen von auswärts Mitfahrenden am Freitag nach Münster, wobei manche mit dem Rad, andere mit dem Zug anreisten. Die CM (Critical Mass) am Freitagabend wurde zu so etwas wie einem Prolog der Schokofahrt.

Entsprechend wurde die Hinfahrt ab Münster komplett gemeinsam bestritten, mit 2 Etappen (siehe II) und einer Zwischenübernachtung in Deventer (siehe IV).

In Amsterdam stießen weitere Mitfahrende, die es zuvor nicht einrichten konnten, hinzu, indem sie mit der Bahn anreisten. Insgesamt blieben wir 1 Tag (Montag) und 2 Nächte in Amsterdam, wobei wir den vollen Tag nutzten, um Ladung aufzunehmen, die Schokoladenhersteller und den Kakaoröster und ihre jeweilige Produktion kennenzulernen. Daneben blieb auch Zeit, um die Stadt zu erkunden.

Auf der Rückfahrt teilte sich die Gruppe Schritt für Schritt auf: Zwei Mitfahrende fuhren als #Schokoexpress ab Dienstag früh die Strecke nach Wuppertal in einer unterbrechungsfreien 14-Stunden Tour (siehe II). Die verbleibende Hauptgruppe fuhr gemeinsam eine Tagesetappe bis Deventer, wo gemeinsam Quartier bezogen wurde. Von dort fuhren ab dem folgenden Mittwochmorgen 3 Personen südwärts ins Ruhrgebiet, 1 Person geradewegs ostwärts nach Emsdetten und die verbleibenden 19 Personen im Verbund nach Münster, wo sie am Mittwochnachmittag ankamen. Der Rückenwind, der in dieser Richtung typisch ist, führte übrigens zu einer frühzeitigen Ankunft (1,5 Stunden vor Plan).

IV – Unterkünfte und Verpflegung (inkl. Kosten)

Insgesamt nahmen wir in den vier Nächten zwei Unterkünfte in Anspruch: (1) In Deventer, für die Zwischenübernachtungen auf Hin- und Rückfahrt (die von der Route her weitestgehend identisch waren) und (2) in Amsterdam, für zwei Übernachtungen am Stück. Bei beiden Unterkünften handelte es sich um Pfadfinderheime, die uns einen Rabatt gewährten.

Ziel bei der Suche war es, hinreichend große, flexible und kostengünstige Unterkünfte zu finden. Dadurch wurde vermieden, dass von den kurzfristig Nicht-Mitfahrenden „Stornierungskosten“ eingezogen werden mussten. Die durchschnittlichen Kosten für Unterkunft beliefen sich pro Person und Nacht auf 6-7 €.

Um diese Unterkünfte zu finden, knüpften wir zunächst einige Kontakte und versendeten Anfragen an die Etappen-Zielorte. Damit war dieser Punkt mit der aufwändigste der gesamten Organisation. Erfolgreich waren wir letztlich durch die Kontakte zum Fietsersbond in Amsterdam und in Twente und Deventer, die uns sehr freundlich unterstützten, die Unterkünfte vermittelten und uns nett empfingen.

Eine individuelle Unterkunfts-Organisation stand natürlich allen Mitfahrenden offen, aber letztlich entschieden sich alle für die Gruppenunterkunft.

Die (Selbst-)Verpflegung erfolgt durch die Gruppe, wobei Frühstück und Abendessen gemeinsam zubereitet und eingenommen und die Kosten auf alle umgelegt wurden (durchschnittlich 6 € pro Person und Tag). Für die Verpflegung unterwegs trugen alle selbst Sorge. Auch hier stand es natürlich allen offen, auch Abendessen/Frühstück individuell zu regeln.

In der Summe kamen wir also auf Ausgaben von ca. 12 € pro Person und Tag, ohne Mittagessen, Verpflegung unterwegs und alle Extras.

V – Einkauf und Absatz der Schokolade

Hinweis: Dieser Abschnitt wurde von einem betriebswirtschaftlichen Laien verfasst, fachliche Informationen sind mit entsprechender Vorsicht zu genießen und sollten ggf. überprüft werden.

Der Verkäufer der Schokolade waren die Chocolatemakers (ausführliche Infos unter www.chocolatemakers.nl). Diese verkaufen nach Deutschland bislang nur an Gewerbetreibende mit Umsatzsteuervorabzugsberechtigung, d.h. es muss bei Bestellung eine Umsatzsteuer-ID angegeben werden.

Im Kaufprozess stellten wir lediglich den Kontakt zwischen wiederverkaufenden Betrieben und den Chocolatemakers her. Bestellung, Kaufvertrag und Zahlung (Vorkasse) wurden direkt zwischen Betrieb und Hersteller abgewickelt. Wir ließen uns lediglich von den Wiederverkäufern darüber informieren, wie viel Schokolade bestellt wurde, um unsere Kapazitäten planen zu können. Wieder verkaufende Betrieben waren Bio-Läden und verpackungsfreie Supermärkte sowie Cafés und Kneipen.

Unseren privaten Schokoladen-Einkauf wickelten wir über eines der wiederverkaufenden Geschäfte (Einzelhandel – Zum Wohlfüllen) ab: Das Geschäft gab unsere gesammelte Bestellung als separate Bestellung bei den Chocolatemakers auf und reichte die bestellte Schokolade an uns für den Bruttopreis ohne weiteren Aufschlag weiter (d.h. für 107% des Einkaufspreises). Wir überwiesen das gesammelte Geld und teilten die Schokolade unter uns auf.

Um den Absatz der Schokolade zu fördern, stellten wir ein Infoblatt inkl. einer Beschreibung der Schokofahrt zusammen und teilten dies mit der Ware und einer Spendenkasse an die wiederverkaufenden Betriebe aus. Diese sammelten parallel zum Verkauf Spenden ein, die wiederum in unsere Initiative Freie Lastenräder Münster flossen (www.lastenrad-ms.de).

VI – Andere Waren

Neben Schokolade wurde auch im kleinen Rahmen Kaffee und Rum erworben. Hierbei handelte es sich allerdings rein um private Käufe der Mitfahrenden. Kaffee wurde direkt vom Röster Dolce Alchemia gekauft (https://caffedolcealchemia.com/), der Rum wurde vorab über www.bottlebusiness.nl gekauft und an eine Adresse in den Niederlanden geliefert, wo wir ihn abholten.

VII – Transport

Mit insgesamt 12 Lastenrädern und 13 normalen Rädern mit Packtaschen transportierten wir insgesamt ca. 280 kg Zuladung (Schokolade, Kaffee, Rum). Die Lastenräder transportierten dabei den Großteil der Zuladung, durchschnittlich ca. 20 kg pro Rad (in Einzelfällen mit deutlich höherer Ladung). Gegen Witterung wurde die Schokolade und weitere Ladung mit wasserdichten Packtaschen und Boxen geschützt – hierfür hatten wir selbstverständlich Sorge zu tragen, da uns die Ladung ja von den einkaufenden Betrieben zum Transport anvertraut wurde.

Die freie Kapazität auf dem Hinweg nutzten wir (teilweise) aus, um kulinarische Gastgeschenke für unsere Gastgeber*innen und Kontaktpersonen mitzubringen. Damit fungierten wir quasi als Genussbotschafter für Münster – die Gastgeschenke setzten sich dabei aus Spenden zusammen (Sauerteig-Hausbrot der Bäckerei Tollkötter, Bier der Pinkus-Brauerei und Marmelade der Marmeladenmanufaktur).

VIII – Sonstiges

Quasi unnötig zu erwähnen, aber der Vollständigkeit halber: Es war uns sehr wichtig, dass keine einzige Person in der Gruppe Substanzen mit über die Grenze brachte, die gegen das BtmG verstoßen. Es war und ist davon auszugehen, dass bereits ein einzelner Verstoß schwerwiegende negative Folgen für alle folgenden Fahrten gleicher Art haben würde, im Sinne gezielter Grenzkontrollen oder anderer zeitintensiver und Aufwand generierender Maßnahmen.

Liebe Schokoladenliebende. Wir sind #Schokofahrt

Willkommen auf der Homepage der #Schokofahrt!

Wir transportieren Schokolade von Amsterdam aus emissionsfrei nach ganz Deutschland: Mit dem Rad!

In Kürze wird es hier weitere Informationen zur kommenden #Schokofahrt geben.

Die nächste Tour findet rund um Ostern 2018 statt. Am 31.03. werden wir in Amsterdam die Schokolade abholen.

Ihr wisst nicht was die #Schokofahrt ist?
Dann klickt hier und schaut euch die ersten beiden Touren an!

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