Schokofahrt

emissionsfrei transportierte Schokolade

Städtebericht: Oldenburg

Als die #schokofahrt nach Oldenburg kam

Kurz vor Silvester hatte ich von der #schokofahrt gehört. Die Idee mit dem Fahrrad emissionsfrei Schokolade aus Amsterdam zu holen, weckte sofort mein Interesse. Das der Kakao ökologisch angebaut ist und fair gehandelt wird verstärkte dieses umso mehr. Erste Rückmeldungen bei einer Liegeradausfahrt und der Critical Mass Ende Dezember waren vielversprechend. Von Zustimmung, bis zur Unterstützung: „Ich hör mich einmal bei Geschäften um, wer Schokolade in Oldenburg verkaufen kann.“  Die Resonanz war gut. Zu Hause berichtete ich meiner Frau davon und hatte hier gleich eine Schokofahrerin dabei. „Ok, die Sache läuft.“ Es gibt einige Leute, die sich darum kümmern.

Von meiner Ungeduld oder der Wichtigkeit der #schokofahrt

Es ging in die zweite Januarhälfte, ich bekam von meinen Mitstreitern eher wenig zu hören. Zeitgleich tauchte zu Hause auf dem Küchentisch ein Zitat von Pippi Langstrumpf auf: „Das haben wir noch nie probiert, also geht es sicher gut.“ Ein befreundeter Fahrradhändler teilte mir in diesen Tagen mit, dass er ca. 5 Kg Schokolade abnehmen würde. Über das Internet nahm ich am Vorbereitungstreffen für die Schokofahrt Ostern 2018 teil. Und so kam es, wie es kommen sollte. Anfang Februar beschloss ich mit Hanna, wir fahren nach Amsterdam. Und wenn Hanna und ich zu zweit fahren und nur 15 Kilo Schokolade holen! Wir begannen unsere Möglichkeiten zu prüfen. Verkäufer und Geschäfte wurden akquiriert. Unterkünfte und die Tour wurden geplant. Gremien und Ausschüsse wurden besucht oder kontaktiert, Verwaltung und Politik informiert.

Stimmen der #schokofahrt

„Meiner Meinung nach ist Schokolade ein Luxusgut und hat eine besondere Wertschätzung verdient. Der Herstellungs- und Transportaufwand ist groß. Wir machen ihn wieder erfahrbar und steigern damit auch den Genuss.”

Hanna Brunkhorst

„Umweltfreundliche Mobilität hat ein großes Potenzial, vor allem regional und innerstädtisch. Wir machen hier eine außergewöhnliche Tour, dagegen sind viele tägliche Wege oder der Wocheneinkauf ein Leichtes.“

Dieter Hannemann

Gleichzeitig meldeten sich immer wieder Mitfahrer und die Schokoladenbestellung wuchs bis Ende Februar auf 47 Kilogramm. Anfang März hatten wir 9 Schokofahrer und die Schokolade war bestellt. Der Focus konnte sich auf die Öffentlichkeitsarbeit richten, der Aktionstag mit Empfang wurde geplant. Die Bürger der Stadt Oldenburg sollten mitbekommen, dass die Schokolade ankommt!

Die #schokofahrt

Am 28. März starteten wir endlich zur #schokofahrt. Die vielen Höhen und Tiefen der Vorbereitung lagen fast alle hinter uns. Bei Regen und Gegenwind starteten 7 Schokofahrer und am ersten Abend nahmen uns Freunde in Rütenbrock bei sich in Empfang. Einige waren bis auf den letzten Faden nass und freuten sich über Waschmaschine, Wäschetrockner und Dusche. Andere flickten Schläuche und schweißten an ihren Rädern. Die Nudeln mit Soße und der Gerstensaft taten allen gut. Bis Amsterdam lagen aber noch die nächsten 2 Tage mit so manchen Pannen und Schauern, gepaart mit kaltem Wind von vorne vor uns. Aber immer wieder wurden wir freundlich aufgenommen, brannte ein Feuer im Ofen der Unterkunft für uns und war ein Abendessen für uns gekocht. Die Gemeinschaft der Schokofahrer wuchs Tag für Tag und dazu gehörten für mich nicht nur die Liege-, Fahr- und Lastenradfahrer. Unterwegs spürte ich, wie viele etwas taten, ein jeder nach seiner Möglichkeit!

Die Fakten zur Oldenburger #schokofahrt

Vom 28. März bis zum 3. April fuhren 7 Schokofahrer an 6 Reisetagen 770 Kilometer. 47 Kilogramm Schokolade wurden von Amsterdam nach Oldenburg gebracht und für 3,90 Euro inklusive 50 Cent Spende (für ein Rädchen für alles) in binnen von 10 Tagen fast ausverkauft. Die nächste Schokotour belädt am 6. Oktober in Amsterdam ihre Fahrräder.

Bis Amsterdam hatte ich manchen innerlichen Zweifel, ob wir unser Ziel schaffen, emissionsfreie Schokolade nach Oldenburg zu bringen. Am Samstag in Amsterdam war mir klar: „Das haben wir noch nie probiert, also geht es sicher gut!“ Wir prüften unsere Fahrräder, reparierten so gut es ging und holten die Schokolade ab. Auch auf der Rückfahrt war das Wetter die nächsten 2 Tage nicht mit uns, aber wir hatten eine Mentalität entwickelt, da konnte uns nichts stoppen, sondern nur kurzfristig aufhalten. Unsere Fahrräder rollten prima gegen den Wind, aber manches Knie musste getappt werden und einige fuhren am Limit. In Deventer und Rütenbrock war wieder für uns gesorgt und wir wurden teilweise von Liegeradfreunden geführt und begleitet.

Der Aktionstag der Oldenburger #schokofahrt oder als die erste emissionsfreie Schokolade nach Oldenburg kam

Am Dienstag nach Ostern, der erste warme Tag mit Rückenwind. Für uns war der Wind ein Segen. Die Gruppe Radfahrer, die uns als Empfangstour entgegenkommen wollte, zwang er in die Knie, so dass wir den Treffpunkt etwas näher nach Oldenburg verlagerten. Mit einer Gruppe von ca. 25 Fahrradfahrern trafen wir dann in Oldenburg ein. Im Gepäck hatten wir 47 Kilo Schokolade und die Erfahrung der Schokotour, die ich nicht missen möchte.Unsere Botschaft beim Empfang:

  • „Das haben wir noch nie probiert, also geht es sicher gut.“ Wir sind zu einer Gruppe von 7 Schokofahrern zusammen gewachsen und ein jeder hat das seine dazugetan, damit die Schokolade in Oldenburg ankommt. Danke an alle Schokofahrer!
  • „Das haben wir noch nie probiert, also geht es sicher gut.“ Danke an die Oldenburger Geschäfte und vor allem den Weltladen, die die Schokolade bestellt haben, ohne sie zu probieren! Danke an die Oldenburger, die uns begrüßt haben und Danke an die Oldenburger, dass sie die Schokolade kaufen werden! Danke an den Ernährungsrat, den ADFC, ein Rädchen für Alles und vor allem dem Weltladen für den prima Empfang!
  • Unser Wunsch an den Oberbürgermeister (der beim Empfang (Emissions-)Stau steckte) und die Verantwortlichen in unserer Stadt, tut etwas von ganzem Herzen für den Radverkehr, sorgt damit für die Bürger und bessere Lebensqualität in Oldenburg: „Das haben wir noch nie probiert, also geht es sicher gut.“

Nach der #schokofahrt oder ein jeder nach seinen Möglichkeiten

In den Tagen nach der Schokotour hatte ich jeden Tag für mich meinen persönlichen Schokofahrer des Tages. Da ist z.B. der Liegedreiradfahrer aus Friedrichsfehn, der beim Empfang nicht dabei sein konnte, aber gleich am nächsten Tag mit dem Liegedreirad nach Oldenburg fuhr, um mehrere Tafeln Schokolade zu kaufen. Da ist z.B. eine Freundin, die beim Empfang Schokolade kaufte und am nächsten Tag mit der Schokolade und einem Zeitungsartikel über die Tour in der Mittagpause in ihrer Firma berichtete. Und da sind die vielen, die mit dem Herzen dabei waren und sind. Danke euch allen!

Die Botschaft der Schokotour ist vielfältig. Ökologischer Anbau von Lebensmittel, fair gehandelt, emissionsfrei transportiert und wertgeschätzte Lebensmittel ist eines. Für mich gehört aber auch die Gemeinschaft von über 100 Fahrradfahrern dazu, die sich auf den Weg gemacht haben, nach Amsterdam und zurück. Ich zehre noch heute von den netten Begegnungen, interessanten Gesprächen und der Hilfsbereitschaft in dieser Woche. Das ist #schokofahrt!

Ich weiß noch nicht wo ich Anfang Oktober bin, aber mit dem Herzen bin ich bei der #schokofahrt.

Text: Dieter Hannemann

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  1. Hallo Dieter, super Bericht über eine tolle Sache! Hut ab dafür, was Ihr da geleistet habt! Viele Grüße

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