Wie geht Schokofahrt? – Ein Leitfaden

Du möchtest Teil der Schokofahrt werden und Schokolade emissionsfrei auch in deine Stadt oder Region holen?

Dieser Leitfaden soll dir dabei helfen. Er speist sich aus den Erfahrungen von 3 erfolgreichen Fahrten mit insgesamt 140 Beteiligten, die zuletzt 1.ooo kg Schokolade in 40 Städte transportiert haben, teilweise über 6-stufige Staffeln und mehr als 1.000 km Distanz – und alles das ohne Verbrennungsmotoren und ganz überwiegend mit Muskelkraft.

Soll heißen: Dieser Leitfaden ist sicher nicht perfekt (und er wird laufend ergänzt und überarbeitet). Aber so funktioniert’s. Viel Erfolg bei deiner / eurer Schokofahrt!

Du findest den Leitfaden auch hier komplett als .pdf Dokument und hier als Blanko-Version zum Fragen-selbst-beantworten im .odt Format.

Leitfragen – Wie geht Schokofahrt?

Du hast von der Schokofahrt gehört, findest die Idee gut und möchtest emissionsfreie Schokolade in deine Stadt transportieren? Dann schau als erstes Mal hier nach, ob es schon eine Gruppe in deiner Stadt oder in der Nähe gibt. Sollte dies nicht der Fall sein, starte eine eigene Schokofahrt aus deiner Stadt, suche dir MitstreiterInnen und fahr los!

Leitfragen zur Vorbereitung
1.1 Wann und welche Strecke möchte ich fahren?
Die Schokolade ist ein kostbares Gut und wir sind mit dem Rad unterwegs. Zwei Dinge die es bei der Reiseplanung zu beachten gilt. Der Zeitpunkt der Fahrt sollte so gewählt sein, dass die Schokolade weder schmilzt (Sommer), noch den Mitfahrenden Zehen abfrieren (Winter). Ideal ist deshalb ein Zeitraum im Frühjahr oder Herbst.

1.2 Fährt zu dieser Zeit und auf dieser Strecke noch jemand?
Schau hier auf der Karte nach ob es schon eine Gruppe in deiner Stadt gibt. Falls ja: Inwieweit stellen wir Kontakt her? Möchten wir die Fahrten verknüpfen? Vernetzt euch mit den anderen Mitfahrenden und/oder Nachbarstädten und sprecht euch ab, um Kapazitäten zu bündeln und Synergien zu schaffen.

1.3 Wer ist im Kernteam?
Eine solche Radtour bedarf einiges an Planung. Es ist deshalb hilfreich die Hauptaufgaben der Organisation in einem Kernteam zu bündeln und auf mehreren Schultern zu verteilen. Anhaltspunkte für die Aufgabenverteilung können die folgenden weitern Punkte dieses How-to's sein.

1.4 Entspricht meine/unsere Fahrt dem Grundprinzip der Schokofahrt?
Wir möchten, dass die Idee der Schokofahrt erhalten bleibt. Schaut euch deshalb bitte unsere Richtlinien an und entscheidet dann ob ihr eure Tour Schokofahrt nennen möchtet.

1.5 Wie kommunizieren wir mit anderen Stadtgruppen?
Für den Austausch mit anderen Stadtgruppen hat sich die Kommunikationsplattform Slack bewährt. Ihr wollt da rein? Schickt uns einfach eine Mail, dann bekommt ihr eine Einladung. Ein Videotutorial wie Slack funktioniert gibt es hier.
Gemeinsam in der Gruppe, mit FreundInnen und Gleichgesinnten bei der Schokofahrt für die gute Sache im Sattel sitzen - das ist ein unvergessliches und erhebendes Erlebnis! Um MitstreiterInnen zu finden, kannst du dich am besten in der lokalen Fahrradszene und bei Nachhaltigkeitsintitiativen umschauen. Gibt es bei dir ums Eck vielleicht ein freies Lastenrad, ein Slow Food-Convivium, eine Transition Town- oder Radwandergruppe, eine Ortsgruppe von ADFC oder VCD, eine SoLaWi / CSA, eine Critical Mass oder andere Initiativen und Vereine, die der Idee der Schokofahrt nahe stehen? Sprich mit Menschen, teilt eure Ideen und startet gemeinsam in die Planung!

Leitfragen zur Vorbereitung
2.1 Wer kümmert sich worum? Was wird wann geregelt?
Klärt im Team, wer sich wann und worum im Bezug auf die Gruppe der Mitfahrenden kümmert.

2.2 Wer fährt alles mit?
Wie oben beschrieben, ist ein wesentlicher Teil der Schokofahrt die Gruppe. Es ist dabei besonders schön, wenn Menschen aus den verschiedensten Richtungen und Motivationen zusammenkommen, um gemeinsam Rad zu fahren. Wir finden: Wer sich der Sache verbunden fühlt, sollte Teil der Schokofahrt sein dürfen.
Eine gute Abschätzung, wie viele Menschen mitfahren und mit welchen Rädern, ist wesentliche Grundlage für die weiteren Planungsschritte. Hierfür solltest du frühzeitig ein realistisches Bild der Tour vermitteln können: Was ist der Zeitrahmen (Fahrt- und Ruhetage)? Welche Distanzen werden gefahren? Wie ist die Unterbringung und Verpflegung angedacht?
Kläre in diesem Zuge auch ab ab, ob Einzelne nur Teil-Strecken mitfahren können / möchten. Dies hat vor allem Auswirkungen auf die Ladungskapazitäten!

2.3 Existiert in der Gruppe eine gemeinsame Vorstellung von der Fahrt? Damit niemand mit unrealistischen Erwartungen los fährt oder sich übergangen fühlt ist es wichtig, dass ihr euch schon im Vorfeld mit allen Mitfahrenden über die Rahmenbedingungen der Fahrt austauscht. Wird im Zelt übernachtet, in der Gruppenunterkunft oder in der Pension? Geht ihr auswärts Essen oder wird gemeinsam gekocht? Was ist der erwartbare Kosten- und Zeitrahmen? Es muss übrigens kein Ausschlusskriterium sein, wenn es hierzu verschiedene Vorstellungen gibt. Beispielsweise kann es auch parallel fahrende Gruppen mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten geben, die sich erst kurz vor dem Zielort vereinen. Wichtig ist nur: kommuniziert eure Vorstellungen vor der Fahrt und koordiniert mögliche Differenzen, sodass jedeR mit Spaß dabei ist.

2.4 Wie wird innerhalb der Gruppe kommuniziert?
Damit so eine Fahrt klappen kann, ist eine übersichtliche und offene Kommunikation sehr wichtig. Überlegt euch hierfür eine dem Zweck und der Gruppe angemessene Form der Kommunikation und der Weitergabe von Infos. Ihr fahrt zu Dritt? Dann reicht vielleicht eine Messengergruppe. Sind 20 Leute dabei? Dann empfiehlt sich möglicherweise ein Mailverteiler und/oder Slack. Egal wofür ihr euch entscheidet: Es sollte sichergestellt sein, das jedeR alle wichtigen Informationen frühzeitig genug erhält.
2.5 Kennt sich die Gruppe gut genug?
Wer einige hundert Kilometer in der Gruppe auf dem Rad sitzt, erlebt zweifelsohne gemeinsame Höhen und Tiefen. Hierbei hat es sich gezeigt, dass es entspannter und vor allem lustiger zu geht, wenn die Gruppe sich bereits vor Antritt der fahrt kennengelernt hat und ein gewisses Vertrauensverhältnis vorhanden ist. Es hat sich bewährt, im Vorfeld der Fahrt ein Vortreffen zu machen, bei dem sich die verschiedenen Menschen untereinander in lockerer Umgebung kennen lernen können. Gute Gelegenheiten dazu könnten Critical Mass Fahrten sein oder einfach ein Treffen im Biergarten.

2.6 Sind sich alle Mitfahrenden ihrer Selbstverantwortung im Rahmen der Fahrt bewusst und bereiten sich entsprechend vor?
Die Schokofahrt ist keine professionelle Radtouristik, dementsprechend trägt niemand zentral die Verantwortung und es gibt keine Einrichtungen wie Begleitfahrzeuge, Materialwagen oder Sanitätszelte. Allen Mitfahrenden muss klar sein, dass sie auf eigene Verantwortung und eigenes Risiko an der Fahrt teilnehmen. Sie haben selbst dafür Sorge zu tragen, dass sie selbst und ihr Material auf die Fahrt gut vorbereitet sind. Auch hierbei ist wesentlich: Sprecht miteinander und teilt miteinander! Wer möchte mit welchem Rad fahren und traut sich welche Strecken und Zuladung zu? Welche Ausstiegsoptionen bestehen entlang der Route (Bahnhöfe), falls es mal gar nicht mehr weiter geht? Auch die Versorgung mit Erste Hilfe Set oder Reparaturwerkzeug kann gut in der Gruppe aufgeteilt werden. Hier sei allen Mitfahrenden angeraten ehrlich zu sich selbst zu sein und mögliche Hemmnisse offen anzusprechen. Es findet sich sicher oft in der Gruppe ein Weg, Routen anzupassen oder Ladung umzuverteilen damit es für alle eine schöne Fahrt wird. Ebenfalls hilfreich und auch gut für die Motivation: gemeinsame Vorbereitungstouren mit gestaffelter Streckenlänge im Vorfeld der Fahrt.

2.7 Wie ist die gemeinsame Finanzierung der Fahrt geregelt?
Ein berühmter Spruch sagt: Bei Geld hört die Freundschaft auf. Deshalb: Redet frühzeitig und offen über die Kosten der Fahrt! Kümmert sich jedeR um seinen/ihren eigenen Kram (Verpflegung, Unterkunft etc.) oder gibt es für gemeinsames Kochen und Übernachtungen eine Gemeinschaftskasse? Wer streckt mögliche im Vorfeld entstehende Kosten vor und wann und wie werden diese an die Mitfahrenden weiter gegeben (z.B. per "Hut-Sammlung")? Macht euch Gedanken darüber, wer welche Risiken trägt und ob diese leist- und zumutbar sind. Bereitet einen Plan B vor, falls es kurzfristige Absagen gibt (krank werden können wir alle) und wie dann damit umgegangen wird (insbesondere Kosten und Ausfall von Transportkapazitäten - siehe 3).
Für eine Radtour braucht man natürlich Fahrräder. Wenn man dabei etwas transportieren möchte, sagen wir mal Schokolade, sind Transport- und Lastenräder besonders hilfreich (wenn auch nicht notwendig). Daher solltet ihr euch Gedanken um eure Transportmöglichkeiten und Kapazitäten sowie euren Kapzitätsbedarf machen: Wer fährt mit welchem Rad und wer kann wieviel zusätzliche Ladung aufnehmen? Die folgenden Angaben sollen dabei unterstützen. Bitte berücksichtigt aber, dass das Zuladevolumen und -gewicht auch vom jeweiligen Fahrrad bzw. Ladefläche / Packtaschen, dem jeweiligen Fitnesslevel und dem jeweils eigenen Gepäck abhängt.

Leitfragen zur Vorbereitung
3.1 Wer kümmert sich worum? Was wird wann geregelt?
Klärt im Team, wer sich wann und worum im Bezug auf Räder und Kapazitäten kümmert.

3.2 Wer fährt welches Rad?
Die Wahl des Rades entscheidet sich vor allem nach den persönlichen Vorlieben und natürlich danach, was jeder Person zur Verfügung steht. Hier helfen vor allem: Testfahrten, Austausch in der Gruppe und mit Erfahrenen / Rad-ExpertInnen.
  • Dauer-Fahrt-geeignet? Du wirst jeden Tag einige Stunden auf diesem Rad sitzen und mit Zuladung etliche Kilometer (und je nach Strecke auch Höhenmeter) überwinden.
  • Geeignet für die Strecke und den Untergrund? Rennrad auf Waldboden, Mountainbike auf Asphalt, Hollandrad im Gebirge - das kann alles sehr unangenehm werden.
  • Komfortabler Sitz? Manch ein Sattel mag für 5 km in der Stadt super sein, macht aber möglicherweise nach 50 km Probleme beim Sitzen.
  • Technischer Zustand? Der sollte einwandfrei sein. Schaut euch vor allem die Sicherheitsrelevanten Bauteile (Bremsen, Licht), aber auch Kette, Schaltung, Gepäckträger etc. vor der Fahrt genau an und kümmert euch frühzeitig um Instandsetzung oder Reparatur.
Wer kein eigenes tourentaugliches Rad hat, kann sich vielleicht eines leihen (hierbei ebenfalls auf Kompatibilität zu den eigenen Körpermaßen achten).
Für höhere Transportkapazitäten bietet sich ein Transport- / Lastenrad an. Wer mit einem solchen unterwegs ist, sollte sich im besonderen bewusst sein, dass dies auf die Kilometer gesehen eine andere Anstrengung erfordert. Ansonsten gilt natürlich das gleiche wie bei "normalen" Rädern.
Fahrrad-Anhänger haben sich übrigens bei bisherigen Touren als oftmals unpraktisch herausgestellt (so wurden sie teilweise an Etappenzielen abgestellt und erst auf dem Rückweg wieder eingesammelt). Einerseits sind viele Modelle, gerade schwer beladen und auf langer Strecke, sehr kräftezehrend, andererseits erfordern sie in einer größeren, dicht fahrenden Gruppe viel Erfahrung und Konzentration und machen das Windschattenfahren (falls gewünscht) unmöglich. Daher raten wir von der Nutzung von Anhängern ab. Wir halten Anhänger nur dann für Schokofahrt-kompatibel, wenn (1) die Person, die ihn fährt sehr fit ist und/oder (ausdauernde) E-Unterstützung hat, (2) viel Erfahrung mit dem Hänger auch auf langen Strecken hat und (3) bereit ist, erhöhte Rücksicht auf die anderen Mitfahrende zu nehmen.

3.3 Wie wird mit Defekten/Ausfällen unterwegs umgegangen?
Scherben, spitze Steine oder ein Schlagloch: Einen Platten hat man sich manchmal leider schnell eingefangen. Daher sollten alle Mitfahrenden sicher stellen, dass sie ausreichend Ersatzmaterial passend für ihre jeweiligen Räder haben (bei Ersatzschläuchen: Größen beachten), sodass mögliche Defekte oder Pannen schnell behoben werden können. Ebenfalls sollte mögliches nötiges Spezialwerkzeug von betroffenen Mitfahrenden selbst mitgeführt werden, sowie in der Gruppe ein Standardrepertoire an Werkzeug (Pumpe, Multitool, Imbussatz, Flickzeug, Reifenheber, Kettennieter, Pumpe für alle Ventilarten etc. - in größeren Gruppen auch alles mehrfach). Für den Fall, das es trotz aller Vorbereitung zum Komplettausfall eines Rades kommt, ist ein im Vorfeld überlegter Notfallplan wichtig, wie Mensch und Material wieder nach Hause kommen und wie der Ausfall an Ladekapazitäten ausgeglichen wird.

3.4 Was ist die Gesamtkapazität?
Wie viel Zuladungs-Kapazitäten ihr in der Gruppe habt ist entscheidend dafür, wie viel Schokolade ihr in Eure Stadt transportieren könnt, bzw. wie viel Schokolade ihr selbst und "eure" Verkaufsstellen bestellen könnt - oder auch anknüpfende Stadt-/Regional-Gruppen, die Ladungen von Euch übernehmen und die Schokofahrt als Staffel weiterführen (siehe 9). Kalkuliert deshalb sehr frühzeitig, wer wie viel Schokolade aufnehmen kann (sowohl in Bezug auf Rad/Packtaschen als auch auf das Fitnesslevel). Genaue Angaben zu Volumen und Gewicht der (bislang) gängigen Pakete gibt's weiter unten.
Damit ihr keine Probleme bekommt (z.B. durch Überlastung oder Ausfällen) und flexibel seid, solltet ihr ca. 20% Puffer planen.
Maße und Gewichte (bisherige Richtwerte):

1 Packung = 10 Tafeln = 1 kg / 123 x 164 x 84 mm (entspricht ~ 1,7 Liter)

1 Karton = 8 Packungen = 8kg / 360 x 260 x 180 mm

Kapazität Packtasche: 8 kg (Orientierungswert - Karton muss geöffnet werden)

Kapazität Lastenrad: 20 kg (Orientierungswert - Karton kann gepackt bleiben)

Hinweis: Bei Bestellungen für Verkaufsstellen müssen Kartons "zusammengehalten" werden, da es sich pro Kartons um eine Produktions- und Liefer-Charge handelt, die von der Fabrik bis ins Ladenregal nachverfolgbar sein muss. Abgesehen davon schützt der Karton die Packungen gegen Stöße und leichte Witterungseinflüsse recht gut (wenn auch nicht gegen Regen). Ohne Karton müssen die Packungen wesentlich sorgfältiger verpackt werden. (siehe auch Punkt 5.5)

3.5 Welchen anknüpfenden Gruppen / Routen wurden welche Kapazitäten zugesagt?
Für den Fall, dass ihr als Teil einer Schoko-Staffel (siehe 9) unterwegs seid, klärt mit den weiteren beteiligten Stadt-Gruppen im Vorfeld genau ab,  welche Kapazitäten von welchen Gruppen auf welchen Teilstrecken übernommen werden und wie ein Transport auch mit (mehreren) FahrerInnen-Wechseln gewährleistet werden kann. Auch hier ist ganz wesentlich: Frühzeitige Planung und gute Kommunikation!
Disclaimer: Wir stellen im folgenden dar, wie nach unserer Erfahrung die Beziehung zu Gewerbetreibenden im Rahmen der Schokofahrt gut funktioniert. Was wir selbstverständlich nicht leisten können ist eine Gewährleistung oder rechtliche Sicherheit. Wir gehen ausdrücklich keinen Vertrag (weder schriftlich noch mündlich) mit den Verkaufsstellen ein, sondern bieten eine Transportleistung auf Vertrauensbasis an.
Die Schokolade transportieren wir ja nicht nur zum Spaß von A nach B, sie soll am Ende natürlich auch von vielen Menschen genossen werden. Damit die Schokofahrt das erreicht, braucht ihr Kontakte zu lokalen Geschäften, die die Schokolade verkaufen. Die Bestellung von Schokolade & Co übernehmen die Verkaufsstellen dabei direkt, ihr übernehmt lediglich den Logistik-Part. Als potenzielle Verkaufsstellen haben sich insbesondere inhaberInnengeführte Geschäfte wie Unverpackt-Läden, Weltläden, lokaler (Bio-)Einzelhandel und Cafés erwiesen. Ihr kennt euch in eurer Stadt / Region selbst aus und wisst am besten, zu welchen Läden solche (Aktions-)Ware gut passt und wen ihr dort ansprechen könnt. Seid in der Kommunikation offen und transparent: Was könnt ihr leisten (und was nicht) und welche Transportkapazitäten könnt ihr anbieten?

Leitfragen zur Vorbereitung
4.1 Wer kümmert sich worum? Was wird wann geregelt? Klärt im Team, wer sich wann und worum im Bezug auf die Verkaufsstellen kümmert.

4.2 Welche Verkaufsstellen werden durch unsere Stadtgruppe beliefert?
Eine kurze Liste von Geschäften, die es sich erfahrungsgemäß anzusprechen lohnt, findet ihr oben. Macht euch klar, dass kurze Kommunikationswege und direkte vertrauensvolle Beziehungen bei der Akquise und "Betreuung" von Verkaufsstellen das A & O sind - das klappt bei kleinen Geschäften meist am besten. Umgekehrt sind diese oft begeistert über die spannende Aktionsware "Emissionsfreie Bio-Schokolade" (zumal in kleinen Liefermengen). Die Belieferung großer Geschäfte und Ketten birgt einige Schwierigkeiten, beispielsweise was ihren Anspruch an formellen Kontakt oder (hohe) Lieferumfänge und damit Transportkapazitäten angeht.
Weiterer Erfahrungsaustausch  darüber, wie ihr potenzielle Verkaufsstellen ansprechen und für die Schokofahrt gewinnen könnt, findet im Slack statt, ebenso wie der Austausch von "Akquisemitteln" wie Flyer, Factsheet etc. (alles selbstverständlich ohne Gewähr). Interessant ist hierzu natürlich auch Punkt 5.

4.3 Wer ist Ansprechpartnerin bei den und für die jeweiligen Verkaufsstellen ?
Die Kommunikation zwischen euch und euren Verkaufsstellen sollte von Anfang an und zu jeder Zeit möglichst direkt und einfach laufen. Dazu ist vor allem die klare Zuordnung von Ansprechpartnern auf beiden Seiten wichtig. Ihr solltet euch darüber bewusst sein, dass es auch für ein Geschäft (zumal für ein kleines mit geringem Umsatz) ein kleines Abenteuer bedeutet, Ware über eine so ungewöhnlichen "semi-professionellen" Aktion wie die Schokofahrt zu beziehen.

4.4 Besteht ein hinreichendes Vertrauensverhältnis zu den Verkaufsstellen?
Aus den oben (unter 4.3) beschriebenen Gründen empfehlen wir, eine vertrauensvolle Beziehung zu den Verkaufsstellen bzw. den dortigen Ansprechpersonen aufzubauen. Zum einen könnt ihr der Verkaufsstelle so am besten Sicherheit geben, zum anderen könnt ihr auf dieser Basis auch mit auftretenden Problemen besser umgehen.
Erfahrungsgemäß sind folgende Informationen für die Verkaufsstellen am wesentlichsten und interessantesten:
  • Wie läuft der Bestellvorgang und die Zahlung ab? Was braucht die Verkaufsstelle dafür? (siehe 5)
  • Was kostet die Schokolade (oder sonstige Ware)? (siehe Punkt 5)
  • Welche Eigenschaften weist die Schokolade (/sonstige Ware) auf? (Bio-Zertifizierung, etc.; siehe Punkt 5)
  • Wann wird die Ware geliefert? (siehe Punkt 4.5)
  • Welche Vermarktungsunterstützung bietet ihr der Verkaufsstelle? (siehe Punkt 4.6

4.5 Haben die Verkaufsstelle verstanden, was wir mit unserer (Schoko-)Fahrt anbieten/leisten können - und was nicht?
Die Schokofahrt hat nicht den Anspruch, professionelle, gewinnorientierte Logistik zu betreiben (auch wenn wir solche Ambitionen ausdrücklich begrüßen, die der Grund-Idee der Schokofahrt bzw. des "slow bzw. fair transports" entsprechen - Pioniere sind hier z.B. ImagineCargoFairtransport oder Radkurierdienste wie Cycloon). Dies sollte den Verkaufsstellen bewusst sein, sodass sie entsprechend abschätzen können, wie viel sie (an Zeit und Geld) zu investieren bereit sind.
Euch selbst sollte klar sein, dass die Verkaufsstelle ihre Ware für den Transport vertrauensvoll in eure Hände gibt. Entsprechend solltet ihr verantwortungsvoll handeln und auch verantwortungsvoll mit Risiken und möglichen Schäden umgehen.

4.6 Welche Verkaufsunterstützung bieten wir den Verkaufsstellen?
Die mit der Schokofahrt transportierte Ware stellt aus Sicht der Verkaufsstellen meist eine Aktionsware dar, die erklärungsbedürftig ist - dann aber meist mit großem Erfolg und gutem Gewinn verkauft werden kann. Daher tut ihr euren Verkaufsstellen einen großen Gefallen, wenn ihr sie in der Vermarktung unterstützt, sei es durch einen Aufsteller oder Ausdruck für den Verkauf im Laden oder durch Veröffentlichungen über Social Media etc. Mit entsprechenden Angeboten könnt ihr auch in der Akquise von Verkaufsstellen punkten, da ihr somit den Abverkauf der Ware direkt mit anschiebt. Hierzu bietet sich ein Austausch von Entwürfen und Ideen zwischen den Gruppen an, z.B. im Slack. (Siehe auch Punkt 5.4)
Zentral werden alle Verkaufsstellen im Rahmen von Schokofahrten auf www.schokofahrt.de/de/schokoladekaufen veröffentlicht. Schreibt uns hierzu bitte an, damit wir "eure" Geschäfte aufnehmen können.

4.7 Welche Gegenleistung erbringt die Verkaufsstelle für den Transport?
Wie eingangs unter Punkt 4 und auch in den Schokofahrt-Richtlinien erwähnt, ist die Schokofahrt ausdrücklich nicht-kommerziell, entsprechend ist eine Gegenleistung im Sinne einer Bezahlung oder eines Sponsorings nicht zulässig.  Gleichzeitig soll es natürlich eine Anerkennung und Unterstützung eurer Leistung geben. Diese kann beispielsweise als Sachunterstützung der Fahrt erfolgen (z.B. Lebensmittelspenden oder Nutzung von Rädern) oder in Form einer Spendensammlung. (Gängige Praxis: Je Tafel spendet die Verkaufsstelle x,yy € an eine Einrichtung Eurer Wahl, deren Zweck mit den Richtlinien der Schokofahrt vereinbar ist. Hierbei kann die Verkaufsstelle sich ggf. auch eine Spendenquittung ausstellen lassen.)
Ausgangs- und Sehnsuchtspunkt der gesamten Schokofahrt ist natürlich: Die Schokolade. Wenn wir "Die" schreiben, meinen wir die bio-zertifizierte Schokolade der Chocolatemakers aus Amsterdam, deren Kakaobohnen zuvor mit dem Segelschiff emissionsfrei über den Atlantik transportiert wurden. Die ganze Geschichte und weitere Details findest du hier. Um es einfach zu halten, beschränken uns in diesem Leitfaden auf diese Schokolade. Daneben kann es aber, im Sinne der Schokofahrt, aber auch andere Schokolade oder ganz andere Ware geben. Mehr dazu unter 5.6.
Also, ihr habt eure Transportkapazitäten erfasst und Verkaufsstellen gefunden, die Schokolade verkaufen wollen. Nun liegt es an euch, die Ware sicher von Amsterdam in eure Stadt zu transportieren.  Hierfür ist ein vertrauensvolles Verhältnis zu euren HändlerInnen besonders wichtig (siehe Punkt 4). Diese überlassen euch als Privatleuten den Transport ihrer Ware, für deren sicheren Transport ihr dann verantwortlich seid. Sorgt deshalb dafür, dass ihr eure Kapazitäten richtig einschätzt und einen witterungssicheren Transport (Stichwort: wasserdichte Taschen) sicher stellen könnt.

Leitfragen zur Vorbereitung
5.1 Wer kümmert sich worum? Was wird wann geregelt?
Klärt im Team, wer sich wann und worum im Bezug auf Waren und Bestellung kümmert.
Hier ist uns wichtig zu erwähnen, dass es nicht eure Aufgabe ist, die Bestellungen selbst vorzunehmen. Davon raten wir sogar dringend ab, da hierdurch ein Verantwortungs- und Kommunikationschaos in der Nachbereitung und Rechnungsabwicklung entstehen könnte. Die direkte Kommunikation zwischen Verkaufsstelle und Chocolatemakers ist hier am einfachsten.

5.2. Wissen die Verkaufsstellen, wie sie bestellen und was sie für einen Transport per Schokofahrt berücksichtigen müssen?
Die Bestellung der Schokolade bei den Chocolatemakers tätigen die Verkaufsstellen selbst. Neuderdings geschieht dies über das Onlineportal für gewerbliche Kunden und innerhalb eines Zeitfensters (wird für Oktober zeitnah bekannt gegeben). Wie unter 5.1 erwähnt solltet ihr als Schokofahrende euch hier nicht dazwischenschalten, sondern lediglich die Verkaufsstellen über das Vorgehen informieren.

Der Vorgang läuft in etwa folgendermaßen ab:
  • Die Verkaufsstelle registriert sich erstmalig auf www.chocolatemakers.nl als HändlerIn. (Der Bereich soll noch ins Englische/Deutsche übersetzt werden, entsprechender Link folgt noch.) Hierbei muss u.a. ihre Umsatzsteuer-ID (engl. VAT-Number) angeben.
  • Die Bestellung wird erst durch Zahlungseingang bestätigt, es gilt also Vorkasse.
  • Damit die Bestellung eurer Schokofahrt zugeordnet wird, muss die Verkaufsstelle im Bestellvorgang bei "Kommentar" angeben:
  • "Transportation via Schokofahrt"
    • Datum der Abholung (z.B. "6. Oct 2018", das ist wichtig, da es künftig auch verschiedene Stichtage geben kann/darf/soll)
    • Name der abholenden Stadtgruppe (z.B. "Münster", muss der Verkaufsstelle dafür bekannt sein - hierfür müsst ihr Sorge tragen! Insbesondere bei Staffel-Transporten musst hier Sorgfalt walten - siehe Punkt 9)
    • Die Verkaufsstelle erhält eine Rechnung und Zahlungsbestätigung per Mail (Hier auch auf den Spamordner achten)


5.3 Wie stellen wir sicher, dass wir die durch "unsere" Verkaufsstellen getätigten Bestellungen aufnehmen und transportieren können?
Hierauf lautet die Klugsch**ßerInnen-Antwort: Durch gute Planung. Erfasst frühzeitig eure Transport-Kapazität (möglichst verlässlich) und bietet daraufhin "euren" Verkaufsstellen klare Kontingente an, damit sie wissen, wie viel sie bestellen bzw. durch euch transportieren lassen können (siehe auch Punkte 3 und 4).
Damit ihr wisst, was ihr letztlich an Ladung zu erwarten habt und in welche Gebinde und Lieferungen sich diese unterteilt (wichtig für die Beladung der Räder), werdet ihr von den Chocolatemakers über die eurer Stadtgruppe zugeordneten Bestellungen informiert. Der Prozess, wie dies abläuft, wird gerade noch abgestimmt - Details folgen. (Bei einer Staffel muss natürlich die Kapazität und der Transport von mehreren Gruppen aufeinander abgestimmt werden - siehe hierzu Punkt 9.)
Für den Fall, dass euch Kapazität ausfällt oder ihr euch verschätzt habt, solltet ihr einen Plan B haben (inkl. Finanzierung bzw. Risiko-Verteilung). Grundsätzlich denkbar sind hier natürlich herkömmliche Versandwege (Paketdienste etc.). Schöner ist es natürlich im Sinne der Sache, wenn sich überschüssiges Transportgut auf andere Gruppen verteilen lässt. Dies wiederum setzt eine gute Vernetzung und ein vertrauensvolles Verhältnis unter den Gruppen voraus. Also: Lernt die Anderen kennen, tauscht euch aus und teilt hierzu wie auch zu anderen Themen eure Ideen.

5.4 Wie und wann liefern wir an "unsere" Verkaufsstellen?
Dadurch, dass die Bestellungen aufgrund geringer Einzelkapazität oft auf mehrere Räder verteilt transportiert werden, benötigt die Zusammenführung und letztlich die Verteilung in der eigenen Stadt / Region eine gewisse Zeit. Entsprechend solltet ihr hierfür etwas Luft einplanen und euch mit "euren" Verkaufsstellen abstimmen. Hinweis: Erfahrungsgemäß gestalten einige Verkaufsstellen die Anlieferung als Event. Das ist natürlich sowohl im Sinne der Verkaufsunterstützung als auch der PR für die Schokofahrt. Bildet euch hierzu selbst eine Meinung und tauscht euch ggf. mit anderen Gruppen aus, die hier schon Erfahrung haben.

5.5 Wie sichern wir Ware während des Transports gegen Schäden. Und wie gehen wir mit etwaigen Warenschäden oder -verlusten um?
Hinweis: Für die folgenden Aussagen übernehmen wir (gerade in rechtlicher Hinsicht) keine Gewähr oder Garantie, es ist nur eine Wiedergabe unserer Erfahrung.
Ihr transportiert die Schokolade nach unserem Verständnis als Privatpersonen. Das heißt, euch wird von der jeweilige Verkaufsstelle ihre (bereits erworbene) Ware überlassen. Entsprechend haftet ihr auch privat.
Somit ist es logischerweise sowohl in eurem eigenen Sinne sowie in dem "eurer" Verkaufsstellen, dass die Ware, die ihr transportiert, unbeschädigt ihren Bestimmungsort erreicht. Die Haupt-Risiken, auf die sind:
  1. Wärme >> Was hilft: Nicht im Sommer fahren 🙂 (war bisher kein Problem)
  2. Feuchtigkeit >> Was hilft: Kartons (heißt: Standard-Gebinde der Chocolatemakers nicht "zerlegen"), wasserdichte Packsäcke und Planen + vor/bei Verladung gründlich verpacken
  3. Schmutz >> Was hilft: Kartons, wasserdichte Packsäcke und Planen + vor/bei Verladung gründlich verpacken
  4. Bruch >> Was hilft: Kartons, vor/bei Verladung gut Polstern (z.B. mit anderer Ladung oder Polstermaterial)
  5. Verlust >> Vorab Übersicht über Bestellungen (siehe 5.3), Registrierung bei Warenübernahme und -Verladung (hierzu folgen Infos unter Punkt 9)

Für den Umgang mit etwaigen Schäden, empfiehlt es sich, die Haftung im Vorfeld (also vor der Bestellung) mit den Verkaufsstellen zu besprechen. Stellt euren Kontaktpersonen dar, welche Risiken es gibt (siehe oben) und welche Maßnahmen ihr ergreift, um diese Risiken abzuwenden. Eine Übereinkunft darüber, wie ihr mögliche Schäden behandelt und ggf. Schadensersatz teilt, ist definitiv sinnvoll.
Innerhalb eurer Gruppe solltet ihr ebenfalls eine Übereinkunft haben. Letztlich steht eine einzelne Person bei jeder Verkaufsstelle im Wort und muss sich daher auf diejenigen, die die entsprechende Lieferung transportieren, verlassen können. Im Idealfall geht jedeR Einzelne verantwortungsvoll mit der eigenen Ladung um und etwaige Schäden werden solidarisch durch die Gruppe und in Abstimmung mit der betroffenen Verkaufsstelle kompensiert.

5.6 Wie sieht es mit anderen Waren aus - z.B. Rum, Kaffee?
Die Schokofahrt trägt diesen Namen nicht zufällig. Schokolade als Ware bietet sich aus verschiedenen Gründen an, u.a. da sie gut lager- und transportfähig und innerhalb der EU zollfrei ist - und außerdem: JedeR mag Schokolade. Allerdings ist dies kein Ausschlusskriterium, es hat sich nur bislang kein Einkaufs- und Transportweg für andere Produkte etabliert. Über die Fairtransport / die Trés Hombres lässt sich aber beispielsweise auch gesegelter Kaffee oder Rum beziehen. In Absprache mit Fairtransport kann es, gekoppelt an die Schokofahrt, auch Verkauf von diesen Waren an Privatpersonen vor Ort in Amsterdam geben.
Wenn diese Antwort für dich unbefriedigend ist, ist hier dein Einsatz gefragt! 🙂 Möchtest Du ein neues Schoko-/Rum-/Kaffeefahrt-Kapitel aufschlagen? Oder auch ein ganz anderes, wie wäre es zum Beispiel mit einer Spreewaldgurken-Fahrt?
Solange ihr keinen Non-Stop-Schoko-Overnighter plant, werdet ihr während der Schokofahrt irgendwo nächtigen müssen. Außerdem verbrennt so eine Fahrt viele Kalorien, die wieder aufgefüllt werden wollen, damit es am nächsten Tag wieder mit vollen Kräften weiter gehen kann. Deshalb ist eine genaue Planung von Unterkünften und Verpflegung unerlässlich, vor allem mit größeren Gruppen.
Es versteht sich von selbst, dass es je nach Gruppengröße, Route und Reisezeit sehr aufwändig sein kann, geeignete Unterkünfte zu finden. Erfahrungsgemäß fließt hier ein wesentlicher Teil der Vorbereitungszeit rein. Kümmert euch also rechtzeitig und klärt frühzeitig, wie viele Personen ihr unterbringen müsst und ob diese sich selbst verpflegen wollen (Stichwort Küche).

Leitfragen zur Vorbereitung
6.1 Wer kümmert sich worum? Was wird wann geregelt?
Klärt im Team, wer sich wann und worum im Bezug Unterkünfte und Verpflegung kümmert.

6.2 Wo und wie wird übernachtet?
Wer viel Rad fährt muss auch gut schlafen. Dabei gehen die Ansprüche an den "Wohnstandard" in einer Gruppe möglicherweise auseinander. Deshalb ist es wichtig, frühzeitig zu kommunizieren, wer welche Ansprüche an die Schlafstätte hat. Der einen reicht eine Isomatte mit Zeltplane auf der Wiese, der andere möchte ein richtiges Bett und Frühstücksbuffet. Beide Varianten, sowie auch alle die dazwischen liegen, müssen sich nicht gegenseitig ausschließen, sofern sie richtig besprochen werden. Wer möchte wie und wo übernachten? Wie sind die Möglichkeiten auf der Strecke? Was macht in Abhängigkeit von Gruppengröße, Witterung, Route etc. Sinn? Bei der Wahl der Unterkunft gilt es ebenfalls zu beachten, was möglicherweise an zusätzlicher Ausrüstung (Luma, Schlafsack, Kochgeschirr) mitgenommen werden muss (bei der Berechnung der Kapazitäten beachten). Aus der Erfahrung heraus eigenen sich Selbstversorgerhäuser für mittlere Gruppengrößen am besten. Für kleine Gruppen oder solche, die sich aufteilen, sind der ADFC Dachgeber (Deuschland) oder Warmshowers (international) sehr nützliche Plattformen.
Ein Erfahrungsaustausch, welche Adressen in welchen Städten empfehlenswert sind, wird im Slack stattfinden.

6.3 Welche gemeinsame Verpflegung gibt es für wen?
In Abhängigkeit der Wahl der Unterkunft, stellt sich dann auch die Frage der Mahlzeiten, vor allem Frühstück und Abendessen, in der Gruppe. Wird selbst gekocht oder auswärts gegessen, gemeinsam oder alle für sich (oder mal so, mal so)? Auch hier ist offene Kommunikation das Mittel der Wahl.
Auch die Verpflegung für unterwegs kann für die Gesamtgruppe organisiert werden. Andernfalls kümmert sich jedeR Mitfahrende selbst um Lunchpakete etc. Hier ist es wichtig zu kommunizieren, wer sich wann und wie verbindlich für Mahlzeiten anmeldet, damit dies in der Planung berücksichtigt werden kann. Eventuelle Einzelregelungen (Unverträglichkeiten, Diäten etc.) sollten im Vorfeld klar kommuniziert werden.

6.4 Wie sieht die gemeinsame Verpflegung aus?
Auch bei der Auswahl der Speisen sind die Geschmäcker bekanntlich verschieden. Wenn ihr gemeinsam kocht, sprecht darüber, was auf den Teller kommen soll. Soll es mit Fleisch sein oder vegetarisch oder vegan, bio oder konventionell? Wie viel Aufwand ist im Rahmen der örtlichen Gegebenheiten (Ausstattung der Küche, Einkaufsmöglichkeiten) leistbar und notwendig? Es empfiehlt sich "einfache" Gerichte zuzubereiten die ordentlich Kohlenhydrate haben (Nudeln, Reispfanne etc.) um die leeren Speicher wieder aufzufüllen.
Ebenfalls hilfreich ist, die Aufgaben der Verpflegung an die Gruppe abzugeben und entsprechend Verantwortliche zu finden. Das Kochteam ist dann natürlich vom Spülen befreit! Außerdem macht es Sinn die Klärung des Einkaufs zu verteilen (am besten auf die mitfahrenden Lastenräder).

6.5 Wie ist die Finanzierung geregelt: Für Unterkünfte? Für Verpflegung?
Essen und Schlafplätze kosten Geld, und wie viel hier angemessen ist, darüber kann es sehr unterschiedliche Meinungen sein. Klärt in der Gruppe im Vorfeld ab, was vertretbaren Kosten. Klärt auch, wer wann was auslegt und wie sie oder er es zurückerstattet bekommt. Hier stellt sich insbesondere die Frage, ob für eine "Grundverpflegung" im Vorfeld Geld von allen Mitfahrenden eingesammelt wird um ggf. Buchungen zu bezahlen und Vorräte zu kaufen. Dies hängt natürlich davon ab, für welche Verpflegungs- und Unterbringungs-Varianten ihr euch entscheidet.
Die Routenplanung ist ein wichtiger Teil der Fahrt und sollte gut überlegt sein. Der direkteste Weg ist nicht immer der Beste. Orientiert euch bei der Planung am besten an echten Fahrradroutingtools (z.B. Komoot, Naviki, OSM). Setzt euch am besten mit 2-3 Mitfahrenden zusammen und plant die Route gemeinsam. Es empfiehlt sich ebenfalls GPS Fähige Fahrradcomputer mit Navifunktion oder das Smartphone zur Wegfindung auf der Fahrt zu benutzen. Im Idealfall übernehmen diejenigen, die die Route geplant haben auch die Verantwortung für die Navigation in der Gruppe und sind auch als solche ansprechbar.

Leitfragen zur Vorbereitung
7.1 Wer kümmert sich worum? Was wird wann geregelt?
Klärt im Team, wer sich wann und worum im Bezug auf Route und Navigation kümmert.

7.2 Welche Route wird an welchem Tag gefahren?
Es gibt diverse Möglichkeiten, Routen für eine solche Fahrt zu erstellen. Hierbei können Radroutenplaner (online), Fahrradkarten und Radreiseführer (analog), Erfahrungen von Mitfahrenden, öffentliche Radroutennetze oder Bahntrassenwege eine gute Orientierung bieten. Überlegt euch in der Gruppe, welche Strecke für die Gruppe überhaupt in Frage kommt (Wie lang sollen die Etappen sein? Gehen Waldwege? Wie viel Höhenmeter verträgt die Fitness?) und plant anhand dessen den Track. Die Erfahrung zeigt, dass eine Streckenführung durch jedes Dorf Zeit kosten kann, weil z.B. Ampeln den Tross aufhalten. Auf der anderen Seite sind Ortsdurchfahrten durch (größere) Städte und Dörfer zu Pausenzeiten (vor allem Mittags) empfehlenswert, da hier die Versorgung mit Kaffee/Toilette/Supermarkt/Imbiss gut ist, um leere Mägen und Voratsdosen aufzufüllen. Generell liegt die genaue Streckenplanung auch an den Wünschen und Vorstellungen der Mitfahrenden. Möglichst schnell von A nach B oder etwas länger dafür landschaftlich reizvoll? Nur Asphalt oder auch Waldwege? Berge umfahren oder oben drüber?

7.3 Wer plant die Etappen / wer navigiert die Gruppe?
Die Erfahrung zeigt, dass sich Route und Teil-Etappen am besten von 2-3, idealerweise im Routing erfahrenen, Mitfahrenden planen lassen. Klärt also im Sinne der Gesamtgruppe welche Ansprüche an Länge, Höhenmeter, Untergrund etc. an die Strecke gestellt werden und plant diese im Detail in der Kleingruppe. Im Idealfall passiert dies in einem (online) Routing-Tool, sodass am Ende der Planung detaillierte Infos wieder an die Gesamtgruppe zurück gegeben werden können. Auch die Möglichkeit des .gpx Exports hat sich als hilfreich erwiesen.
Sinnvollerweise kümmern sich diejenigen, die die Route geplant haben, dann während der Fahrt auch um die Navigation der Gruppe. Dazu eignen sich am besten natürlich GPS-Fahrradnavis oder Smartphones. Hierbei ist es sinnvoll, dass möglichst mehrere Mitfahrende die Route/den Track auf ihren Geräten dabei haben. Sodass man nicht bei eventuellen Ausfällen nicht mehr weiter kommt und dass die Verantwortung auf mehrere Schultern verteilt ist.
Gerade bei sich überschneidenden Routen, die für mehrere Gruppen interessant sind, bietet sich ein Erfahrungsaustausch zwischen den Gruppen an - dieser wird voraussichtlich im Slack erfolgen.

7.4 Inwieweit wollen wir Routen mit denen anderer Stadtgruppen verknüpfen?
Bevor ihr eure Route finalisiert, lohnt es sich zu schauen, ob es Städte in der nähren Umgebung oder auf dem Weg gibt, die eventuell parallel fahren, sodass sich Gruppen zusammenschließen oder etappenweise gemeinsam unterwegs sein können. Hier könnt ihr euch auch lokale Expertise was geeignete Streckenabschnitte angeht am besten bei den Locals holen, an denen ihr vorbei fahrt. Kontakt zu den verschiedenen Städten gibts hier. Infos zur Verknüpfung und zur Staffel unter 9.
Die Schokofahrt will keine gewöhnliche Radtour sein, sondern Aufmerksamkeit erregen. Vor allem für bewussten Genuss und nachhaltige Mobilität, aber auch dafür, dass es da draußen Menschen gibt, die sich für eine gute Sache einsetzten und dafür hunderte Kilometer in die Pedale treten. Deshalb ist es uns ein Anliegen, dass die Idee der Schokofahrt auch in der Öffentlichkeit wahrgenommen wird, damit möglicht viele für diese wichtigen Themen sensibilisiert werden.

Leitfragen zur Vorbereitung
8.1 Wer kümmert sich worum? Was wird wann geregelt?
Klärt im Team, wer sich wann und worum im Bezug auf PR und Social Media kümmert.

8.2 Was läuft über die "zentrale PR" und inwieweit beteiligen wir als Stadtgruppe uns daran?
Es gibt verschiedene Kanäle, über die wir die Schokofahrt publik machen. ("Wir", das sind übrigens ein paar Leute, die sich auch in ihren Städten die Schokofahrt auf die Beine stellen - letztlich kannst auch du ein Teil von "Wir" sein.)
Online sind das zum Einen die Homepage und zum Anderen die Social Media Kanäle Facebook und Twitter. Darüber hinaus wird es zu jedem Termin, bei dem sich einige Gruppen koordinieren eine zentrale Pressemitteilung geben. Diese wird die wichtigsten Infos zum Hintergrund der Fahrt und den Transport-Gütern enthalten. Ihr könnt sie für die Zwecke der Schokofahrt in Teilen oder vollständig übernehmen und an eure Stadt / Region anpassen. Am besten funktioniert es, wenn ihr euch selbst darum kümmert, die Schokofahrt in eurer Stadt / Region publik zu machen, indem ihr lokale Medien, Institutionen, Vereine, Bündnisse etc. ansprecht/-schreibt und mit Informationen versorgt.
Überregional wird über Social Media Kanäle (vor allem Facebook und Twitter) berichtet sowie überregionale Medien kontaktiert. Wenn du gerne hierbei mitwirken willst, z.B. als RedakteurIn für Twitter und Facebook, dann melde Dich gerne bei uns, per Direktnachricht auf den betreffenden Kanälen oder per Mail. Darüber hinaus möchten wir unseren Media-Pool weiter ausbauen, mit Fotos, Videos, Pressespiegel etc. Dafür wäre es schön, wenn ihr der Schokofahrt euer Material zur Verfügung stellt. Das Ganze soll dann auch allen anderen als Commons zur Verfügung stehen um z.B. Werbung für die eigene Fahrt zu machen. Wenn ihr Material habt, ladet dieses im Idealfall in eine Cloud und schickt den Link an info@schokofahrt.de  (inklusive des Hinweises der Quellennennung).

8.3 Welche lokale PR machen wir als Stadtgruppe?
Für eure Stadt wisst ihr am besten, welche lokalen Medien und Presseverteiler ihr ansprechen könnt. Dabei obliegt es euch, welchen Fokus ihr in euren Kernbotschaften vermitteln möchtet. Dies hängt möglicherweise auch mit der Zusammensetzung der Gruppe, der Route oder der Menge an Zuladung zusammen. Ein paar Ideen: Lokalzeitung und -Radio, Regionalstudios des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, Magazine mit Regionalbezug, gewohnte Info-Kanäle der Mitfahrenden (Slow Food, Lastenradinitiativen, Fahrradverein etc.)

8.4. Wie sieht es mit kommerzieller Werbung aus?
Die Idee der Schokofahrt ist die einer non-profit Fahrt für den guten Zweck. Es soll hierbei die Sache im Mittelpunkt stehen und kein zahlungskräftiger Sponsor. Deshalb haben wir uns im Januar 2018 einstimmig entschieden, kommerzielle Werbung und Sponsoring im Sinne von "Schokofahrt powered by XYZ" ausdrücklich auszuschließen. Details dazu, was geht und was nicht, findet ihr in den Schokofahrt-Richtlinien.
Grundsätzlich möchten wir euch aber dabei, Unterstützung für eure Fahrt zu finden, keine Steine in den Weg legen. Wenn die Radhändlerin um die Ecke euch ein Lastenrad für die Fahrt zur Verfügung stellt oder der Bioladen nebenan euch mit ein paar Lunchpaketen versorgt, könnt ihr sie selbstredend auf Facebook verlinken oder ihnen im Zeitungsbericht für ihre Unterstützung danken. Ein All-inclusive-Sponsoring vom lokalen Autohaus wäre da deutlich kritischer... Letztlich vertrauen wir auf euer Augenmaß.
Manche - oder eher viele - Distanzen lassen sich alleine und in einer Tour im Sinne der Schokofahrt kaum bewältigen. Damit der emissionsfreie Weg der Schokolade zum Beispiel von Amsterdam bis an den Bodensee fortgesetzt werden kann, Bedarf es vieler fleißiger und gut vernetzter Stadt- und Regio-Gruppen.

Hier folgt bald eine Anleitung, wie das gelingen kann und bereits vielfach gelungen ist.

Wir möchten an dieser Stelle auch nochmal darauf hinweisen, dass alle, die hinter der Schokofahrt stehen, dies ehrenamtlich tun. Deshalb bitten wir um Verständnis, dass wir keine individuellen Einzelberatungen leisten können und wollen. Die Idee der Schokofahrt lebt davon, dass sie von vielen getragen wird und sich Menschen untereinander vernetzen. Bevor ihr uns also mit Fragen bombadiert, schaut bitte erst, ob diese nicht in diesem Leitfaden beantwortet werden oder wendet euch an eine Kontaktperson in eurer Nähe.